Wem gehört das Explantat?

Für den Patienten ist die Eigentumsfrage im Falle eines Vorkommnisses von entscheidender Bedeutung. Der Hersteller ist zunächst der Eigentümer des künstlichen Körperteils (Implantat), durch dessen Verkauf er die Rechte an das Klinikum überträgt, das den operativen Eingriff vornimmt. Mit dem Einsetzen des Implantats in den menschlichen Körper verliert das Implantat seine Sachqualität und geht in das Eigentum des Patienten über (§ 90 , § 947 II  BGB). Denn das Implantat kann ohne eine Schädigung des Patienten nicht permanent von diesem getrennt werden. Maßgeblich hierfür ist § 93  BGB.

Im Zuge einer Trennung des Implantats (Explantation) vom menschlichen Körper bleibt das entnommene künstliche Körperteil (Explantat) Eigentum des Patienten (§ 953 BGB). Daher liegt es im Ermessen des Patienten, was mit dem Implantat nach der Explantation geschieht. Vor allem in Anbetracht von vermeintlichen Produktionsfehlern am Explantat wäre eine gutachterliche Prüfung durch einen Sachverständigen im Interesse  des Patienten.

In diesem Zusammenhang ist bei der Aushändigung des Explantats darauf zu achten, dass der Patient die Chargennummer (bzw. LOT-Nummer) des Implantats mit den Chargennummern aus dem Operationsbericht vergleicht. So können Verwechslungen von Explantaten ausgeschlossen werden.

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für Implantat-Sicherheit e.V.

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